Roby Lakatos bei „Hommage an Menuhin“ in Berlin und der Mann hinter Liszt‘ „Ungarische Rhapsodie Nr. 2“

Das Konzert im Rahmen der Jubiläumsfeierlichkeit für Yehudi Menuhin im Konzerthaus Berlin Ende April war einer der Höhepunkte von Roby Lakatos’ Aktivitäten der vergangenen vier Monate. Ein Konzert mit Kristjan Järvi und dem MDR-Sinfonieorchester im Leipziger Gewandhaus zählt dazu, bei dem das Publikum seine Begeisterung mit stehenden Ovationen zum Ausdruck brachte.

Als sensationell kann man den Erfolg der Japan-Tournee im März bezeichnen, mit jeweils an die 2000 Besuchern bei den Konzerten in Hyogo und Tokio und endlosen Menschenschlangen in den anschließenden Signaturstunden.

Einer Einladung des bekanntesten Geigers Indiens L. Subramaniams folgend tourte Roby Lakatos mit seinem Gypsy-Ensemble durch Indien. Auch hier ist eine schier große Menge von Konzertbesuchern stets da gewesen, die das Zusammenspiel- und Improvisationen der beiden Virtuosen, ganz gleich, ob in der westlichen-, oder in der karnatischen Musik, mit großem Enthusiasmus gefeiert hat.

Ein Auftritt in Stockholm mit dem Stockholmer Blasorchester verdient auch Erwähnung. Es erklang das als Ungarische Rhapsodie Nr. 2 von Franz Liszt bekannte Werk in der Version für Cimbalom und Blasorchester, mit dem besten Cimbalomspieler seiner Generation Jeno Lisztes als Solist und Roby Lakatos am Dirigierpult.

Nur wenige wissen, dass die Themen des berühmten Werkes von Roby Lakatos’ Ururgroßvater in der siebten Generation Janos Bihari stammen. Der notenunkundige Geigenvirtuose genoss die Bewunderung eines Haydn, Beethoven und Liszt und war der heimliche Star des Wiener Kongresses. Roby Lakatos ist dabei, weitere Werke Biharis, u.a. die von Liszt in verschiedenen Ungarischen Rhapsodien bearbeitet wurden, auszugraben und sie in neuen Arrangements zum Klingen zu bringen. Es ist bestimmt aufregend, die so bekannten Themen wie die der Ungarischen Rhapsodien Nr. 2 oder Nr. 14 nicht am Klavier, sondern auf einer Geige und einem Cimbalom, begleitet von einem kleinen oder größeren Ensemble, zu erleben. Roby Lakatos beabsichtigt aber nicht, sie in den ursprünglichen Verbunkosstil der späten Wienerklassik zu rekonstruieren. Schließlich hat man mit Roby Lakatos einen Virtuosen, der der Klassikwelt abhandengekommene Improvisationspraxis zurückgibt. Und darin ist er ein ganz großer Meister. Um diese Begabung des Improvisierens sowie um sein „Zigeunerblut“ hat der große Yehudi Menuhin Roby Lakatos beneidet, wie er sich damals bei der ersten Begegnung mit dem 18jährigen geäußert hat.

Schreiben Sie einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.