Zu Repertoire SYMPHONIC von The Manhattan Transfer, New York Voices, Take 6*

TMT NYV T6

  Birdland, Operator, Nightingale Sang In Berkeley Square, Tuxedo Junction, Route 66 … es sind Paradestücke, die bei jeder Show von THE MANHATTAN TRANSFER nicht fehlen dürfen und deshalb ins Orchesterrepertoire gehören. Mit dem aus der Gospelmusik entwickelten Lied Operator wurde die Gruppe bekannt. Wochenlang belegte es die obersten Plätze der Radiosender, und sie bekam ihre Fernsehsendung bei CBS. Und mit Birdland holte The Manhattan Transfer die ersten zwei Grammys, für Performance und Arrangement. Von Joe Zawfinul und seiner Band Weather Report geschrieben, war Birdland vor allem mit dem Kultbassisten Jaco Pastorius ein sehr populäres Stück gewesen. Janis Siegel hat es arrangiert, den Text lieferte Jon Hendricks. Mit dem Lied etablierten The Manhattan Transfer auch ihren Ruf, die besten Vocalese-Gruppe zu sein.
Auch Nightingale Sang In Berkeley Square – Grammy 1981 – ist ein weiteres Paradestück. Seit 2014 ist es als eine Art Requiem dem verstorbenen Gründer Tim Hauser gewidmet, dem Mann, mit dem die drei Mitglieder Janis Siegel, Cheryl Bentyne und Alan Paul 40 Jahre lang auf der Bühne gestanden haben. Wer aber sich sorgt, sie sängen nun mit mehr Pathos als früher, oder würden gar ins Kitschige rutschen, kann aufatmen. Die Transfers singen es mit einer Schlichtheit, die sich von der meisten Interpretation anderer unterscheidet. Das von einem britischen Geheimdienstler und einem amerikanischen Musiker geschriebene Lied wurde eines der beliebtesten War Time Melodies bei den britischen und amerikanischen Frontsoldaten im zweiten Weltkrieg. Es war das Gegenstück zu Lili Marleen der Deutschen; hier von Lale Andersen gesungen, dort Vera Lynn. Nightingale Sang in Berkeley Square, so wie es von Genn Puerling arrangiert und von The Manhattan Transfer gesungen, da „würde eine Nachtigall beim Hören ganz still …“ so schrieb ein Kritiker.

   Kaum eine Generation jünger und von nicht geringer Popularität sind die NEW YORK VOICES. Deren Repertoire ist ebenfalls in Jazz, Swing, R&B und Pop zu finden. Anders als die Manhattan Transfer, die in den Clubs Brooklyn entstanden, sind die New York Voices von Musikstudenten geformt und geprägt. Sie sind bei zahlreichen Auftritten von renommierten Orchestern und Bigbands begleitet: von Boston Pops oder Netherlands Metropole Orchestra, von Count Bassie Orchestra oder der WDR Bigband und anderen. Von allen drei A-cappella-Gruppen haben New York Voices das größte Orchester-Repertoire. Eines ist Swing, ein weiteres, wie der Titel Let It Snow verrät, ein Weihnachtsprogramm. Ganz besonders ist Baby Boomer, das bekannte Melodien der 60er und 70er Jahren von den Beatles, Steely Dan, Chicago oder von Freddie Mercury, Paul Simon und Joni Mitchell und anderen beinhaltet. Eine Reihe von ganz großen Arrangeuren haben die Orchestration vollendet, wie z.B. Garry Fry, Jeff Tyzik, Don Sebesky oder Vince Mendez. Gary Fry hat eine Hymne für die UNO komponiert, und er ist der Doyen für Chormusik in Amerika. Selbst Chicago Symphony bestellte Arrangements bei ihm, und bei Dallas Symphony verantwortet Fry das Programm mit. Jeff Tyzik, ein Grammy-Preisträger, arbeitete mit vielen Jazzgrößen wie Chuck Mangione und Meynard Ferguson. Er hat viele Stücke von Duke Ellington und Woody Herman für Symphonieorchester arrangiert. Vince Mendez ist einer der international bekanntesten Meister für Komposition von Filmmusik, Arrangements und Orchestration. Seine Werke werden u. a. von Björk und Bobby McFerrin gesungen. Seine Arrangements von Joni Mitchells Stücken brachten ihm einen Grammy, und er war verantwortlich für die Musik von Lars von Triers Film Dancers In The Dark. Und noch ein Beweis für seinen Ruf soll hier erwähnt werden, nämlich, dass die Berliner Philharmoniker Vince Mendez‘ Kompositionen aufgeführt haben.

   Die Soul- und Gospel-Musik der schwarzen Südstaaten ist wiederum das musikalische Fundament der sechs Sänger der TAKE 6 aus Alabama. Eines ihrer Alben wurde für unglaubliches 21 Mal für Grammy nominiert und insgesamt gewannen sie 10 der sehr begehrten Auszeichnung. Diese sowie andere bedeutenden Preise machen aus Take 6 die mit den meisten Preisen überhäufte A-cappella-Gruppe überhaupt. Auftritte für Oscar- und Grammy-Verleihungen oder für vier der amerikanischen Präsidenten, oder bei zahlreichen Konzerten mit berühmten Kollegen wie Ella Fritzgerald, Ray Charles, Stevie Wonder oder Quincy Jones bezeugen Take 6′ Beliebtheit. Take 6 waren es auch, die von der amerikanischen Regierung entsandt wurden, ein Konzert in Kuba bei der Wiedereröffnung der diplomatischen Beziehungen zu singen.
Das Orchester-Repertoire der Take 6 enthält z.B. eines der meistgesungenen Lieder weltweit Stand By Me. Viele wissen nicht, dass es ein Kirchenlied war, vergleichbar mit Manhattan Transfers Operator („Give Me Jesus On The Line“). Außerdem Charlie Chaplins Smile, oder von dem brasilianischen Komponisten Ivan Lins stammenden Lullaby, oder Joe Samples U Turn. U Turn und Sweet Georgia Brown wurden orchestriert von keinem Geringeren als Enrique Ugarte, der in Deutschland als Dirigent bekannt ist. Die anderen Arrangeuren sind ebenso von Rang. So ist John Clayton zu nennen, der für Henri Mancini gearbeitet hat und für große Pop- und Jazz-Sängern wie Whitney Houston, Diana Krall, Michael Bublé und Charles Aznavour Arrangements schrieb. Gordon Goodwin schrieb Arrangements für London Symphony Orchestra und berühmte Hollywoods Filme wie Armageddon oder Star Trek, und er gewann einen Grammy für Disneys Produktion Die Unglaublichen.

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*In Kooperation mit Just Jazz International

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